Frühgeburt...

Irgendetwas ist plötzlich anders. Ich spüre Schmerzen in der Brustwirbelsäule, die vor 3 Tagen noch nicht da waren.

Ich nehme mir Zeit reinzuspüren, befrage meinen Körper, was er mir durch diesen Schmerz mitteilen möchte.

Es wird immer enger in mir, schnürt mir die Kehle zu, nimmt mir den Raum zum Atmen...igitt.

Ich versuche es auszugleichen, bewege mich, meditiere, schenke meinem Körper Aufmerksamkeit.

Angst steigt in mir auf.

Wovor hab ich Angst?

Ich bekomme sie nicht zu greifen, spür nur, dass es eine alte Angst ist, die sich zeigen möchte, um verabschiedet werden zu können.

Ich entscheide, dass ich da durchgehe und koste es mich meine ganze Kraft...

 

Zwei Tage später...

Ich spaziere, sauge die Farben, Gerüche und Klänge in mich auf.

Plötzlich fällt mir auf, dass ich etwa zu dieser Zeit, 3 Jahre zuvor, ins Krankenhaus fuhr.

Schwanger.

Blutungen.

Ah....jetzt verstehe ich meine Rückenschmerzen. Die Angst von damals sitzt noch in meinem System.

Damals hab ich einfach funktioniert, hab die Angst nicht ran gelassen an mich, bin einfach in einen anderen Modus gewechselt.

Der Rückenschmerz wird kleiner.

Plötzlich macht sich ein Gefühl der Schuld in mir breit. Es füllt mich aus, macht die Kehle eng, zwängt mich ein, wie ein Schraubstock einen Gegenstand einspannt.

Wieso fühle ich denn Schuld? Wann habe ich mich, aus meiner Sicht, schuldig gemacht?

 

Ich fühle mich schuldig, weil ich meinem Kind keinen "normalen" Start ins Leben bieten konnte. Ich fühle mich schuldig für das Nicht- Zusammenfinden- Können als Familie, fühle mich schuldig, dass ich nicht allen gerecht werden konnte, fühle mich schuldig, dass ich mir keine Zeit für mich genommen hab, schuldig, dass der Wochenfluss nach 5 Tagen stoppte.

 

Doch da ist noch etwas...

Die Schuld hält nur den Kopf hin, dahinter versteckt sich noch etwas anderes...

Warum schiebe ich die Schuld vor, was habe ich vom "Schuld empfinden"?

Schuld macht mich klein, sie schwächt mich. Es fühlt sich an, als bestrafe ich mich selbst. Sie verhindert, dass ich Freude und Liebe empfinden kann. sie verhindert Glück und Hingabe. Stattdessen schafft sie den Raum, in dem die Angst ihren Nährboden findet, wachsen und gedeihen kann.

 

Jetzt will ich es aber ganz genau wissen!

Was versteckt sich hinter der Schuld?

 

...Traurigkeit! Ah, ok!

Sie hab ich damals nicht zugelassen, hab sie mir nicht erlaubt in meinem Hamsterrad des Funktionierens.

 

Liebe Traurigkeit, jetzt darfst du dich endlich zeigen! Was kann ich dir Gutes tun?

 

Du möchtest eine Umarmung?

Von Herzen gern!

 

Und ich merke, wie alles langsam wieder ins Fließen kommt.

Ich darf noch ein paar Geschenke verteilen- an mich, an Familienangehörige, an die Schuld, die Freude und die Hingabe.

Und dann wird es weit in mir, frei und ich kann wieder tief durchatmen.


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