Gefühle...

Wut, Angst, Trauer, Freude, Liebe...

Von Gefühlen hat wohl jeder schon einmal gehört, das ein oder andere hat jeder auch schon durchlebt. Einige Gefühle sind uns vertrauter als andere, weil wir sie dauerhaft mit uns tragen.

 

Doch wusstest Du, dass die Gefühle, die wir wahrnehmen, manchmal gar nicht unsere eigenen sind?

Vielleicht hast du nie gelernt zu unterscheiden, wie sich übernommene, für andere Menschen getragene Gefühle anfühlen und wie sich im Vergleich dazu deine eigenen anfühlen. Doch es ist dafür NIE zu spät! ;-)

 

Wir Menschen sind miteinander verbunden, das zeichnet uns aus. Ob als Kollektiv, in einer Gemeinschaft, einer Familie oder Freundschaft- wir können Empathie für unsere Lieben und unsere Mitmenschen empfinden. Doch wenn wir sehr feinfühlig sind, kann es passieren, dass aus dem Mitfühlen ein Mitleiden wird.

Das heißt, wir lassen die fremden Gefühle nicht wieder los, sondern tragen sie weiterhin mit uns herum. Ganz nach dem Motto: GETEILTES LEID IST HALBES LEID.

Wenn wir aber über die Zeit viele Gefühle angesammelt haben, die gar nicht zu uns gehören, fühlen wir ständig fremde Gefühle und diese werden uns vertraut. Während dessen verlernen wir, wie es sich anfühlt, uns selbst wahrzunehmen, zu spüren und zu erleben.

 

Wie kann man denn erkennen, ob es eigene oder fremde Gefühle sind, die ich gerade wahrnehme?

 

Man kann die Gefühle fühlen lernen!

 

Ich möchte anhand der TRAURIGKEIT ein Beispiel skizzieren:

Angenommen du hattest ein Gespräch mit einem Kollegen/ einer Freundin/ deinem Partner. Ihr habt euch verabschiedet und kurze Zeit später überkommt dich eine Traurigkeit.

Nun könntest du dich dieser Traurigkeit annähern, indem du in deinen Körper hineinspürst und wahrnimmst, in welchem Bereich deines Körpers du die Traurigkeit spürst.

Brust/ Bauch/ Kehle/ Kopf...etc.?

Dann geh' weiter hinein. Wie fühlt sich dieser Körperbereich, diese Traurigkeit an?

Ist sie hell/ dunkel, schwer/ leicht, drückend, einengend...?

Und dann kannst du dich fragen: Ist es meine eigene Traurigkeit?

Entweder spürst du ein klares JA oder NEIN, oder (hier in unserem Beispiel) taucht die Person aus deinem vorangegangenen Gespräch in deinen Gedanken auf.

Dann weißt du, dass du deren Gefühle übernommen hast.

 

Gefühle können sich auch zeigen, wenn kein direktes Gespräch vorausgegangen ist.

Dann kannst du genauso vorgehen, wie oben beschrieben:

 

Nimm die Körperstelle wahr, die sich JETZT im Zusammenhang mit dem aufkommenden Gefühl zeigt und benenne sie für dich. Spür dann nach, wie sich diese Körperstelle anfühlt und frag dich dann, ob es dein eigenes Gefühl ist.

Sobald du an eine Person, eine Situation oder ein Ereignis denken musst, zeigt dir dies den Ursprung auf. Entweder hängst du noch in dieser Situation fest, hast sie noch nicht für dich aufgelöst oder du hast von dieser Person, an die du denken musst, etwas übernommen.

Ist letzteres der Fall, so darfst du in Liebe und Dankbarkeit die fremde Emotion an den Absender zurück geben.

Dabei kannst du z.B. Folgendes denken oder aussprechen:

Danke, dass ich dieses Gefühl bis hier her für dich tragen durfte, doch jetzt möchte ich das nicht mehr tun und ich gebe DIR DEIN Gefühl in Dankbarkeit zurück.

 

Wenn du festgestellt hast, dass dieses Gefühl, welches du in dir verspürst, zu dir gehört, so kannst du folgendes tun:

Nimm zuerst wahr, weshalb es sich zeigt.

Gibt es noch eine Situation, die nicht ausreichend betrauert wurde? Welche Situation war das? Was hättest du in dieser Situation gebraucht?

Und dann schenk es dir JETZT!

Ist es eine Farbe, ein Duft, ein Wort, eine Umarmung, ein Danke...?

Das, was dir zuerst einfällt, ist DAS Heilmittel dafür.

Anschließend kannst du diese Körperstelle, in der sich dein Gefühl gezeigt hat, erneut wahrnehmen und feststellen, ob es dort noch etwas Weiteres benötigt oder ob es sich jetzt weit, frei, hell und ruhig anfühlt.

 

Diese Übung kannst du bei jeder Emotion, die sich zeigt, anwenden, du kannst sie aber auch bei Schmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden nutzen!

Je öfter du dies tust, desto vertrauter wird dir dein Körper und alles das, was er dir an Zeichen und Hinweisen sendet.

Du wirst schneller in deiner Wahrnehmung, du wirst sicherer mit dir selbst, schulst deine Intuition. Dadurch wächst auch das Vertrauen in dich und deinen Körper und mit diesem Vertrauen entfaltet sich dein Selbstbewusstsein.

 

Viel Freude beim Entdecken und wieder neu Kennenlernen!


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